Kopieren - aber richtig Roland Alton-Scheidl Ÿber LizenzbaukŠsten Das Recht auf Privatkopien oder der šffentliche Zugang zu Information und Wissen muss erhalten bleiben und kann auch ohne DRM (Digital Rights Management) organisiert werden. Mit Creative Commons und Registered Commons stehen adŠquate Lizenzwerkzeuge zur VerfŸgung: DRE (Digital Rights Enabling) ermšglicht es, die Nutzungsregeln transparent zu gestalten. Creative Commons ist ein Werkzeug fŸr Autoren, ihre Werke so zu veršffentlichen, dass weitere Nutzer gleich die zulŠssigen Nutzungsbedingungen kennen. Verlage stellen auf offene Lizenzen um So geschehen: Meine Freude Ÿber den Sendestart von okto.tv im November 2005 brachte ich in einem Blogeintrag zum Ausdruck. Auch die Fachzeitschrift "mediabiz" widmete den TV-Alternativen im MŠrz 2006 eine Doppelseite. Beim Durchlesen kam mir die Textpassage Ÿber okto.tv jedoch bekannt vor: Sie war nahezu identisch aus meinem Blog abgeschrieben worden. Dies hŠtte mir ziemlich egal sein kšnnen, jedoch habe ich mit Creative Commons einige Regeln formuliert, unter welchen Bedingungen meine Werke weiterverwendet werden dŸrfen. Ich Ÿberlegte eine zeitlang, wie ich "mediabiz" das Regelwerk einer Remix-Kultur vermitteln kšnnte und schrieb eine Abmahnung. Nach einigen Telefonaten einigten wir uns schlie§lich darauf, dass kŸnftige Ausgaben des "mediabiz" unter eine Creative Commons Lizenz gestellt werden und in der Sommernummer darŸber berichtet wird. Denn schlie§lich entspricht die Idee der Weitergabe auch dem Grundkonzept dieser Zeitschrift. Suche nach Lizenztyp nun mšglich Creative Commons ist ein Werkzeug fŸr Autoren, ihre Werke so zu veršffentlichen, dass damit weitere Nutzer gleich die Bedingungen kennen, unter der eine weitere Nutzung zulŠssig ist. Weltweit ist die Lizenz mittlerweile mehr als 140 Millionen Mal im Einsatz und erleichtert so wesentlich den Austausch von Inhalten, unter BerŸcksichtigung etwa des Prinzips, dass alle Autoren stets genannt werden mŸssen. Als Mitinitiator von Creative Commons …sterreich war es mir ein besonderes Anliegen, dass diese Bestimmungen auch respektiert werden. Bislang sind diese Lizenzen vor allem im privaten Bereich im Einsatz, auch bieten etwa Google oder Yahoo in ihren Suchabfragen oder das MS-Office Suite beim Abspeichern von Dokumenten mittlerweile die Lizenzmodule von Creative Commons an. Open Source unterstŸtzt Open Content Open Source hat sich lŠngst aus der Bastelecke in die professionelle Umgebung der Rechenzentren hinentwickelt, wobei Einnahmen aus dem SupportgeschŠft etwa in die Weiterentwicklung von Linux flie§en, das wiederum allen zugute kommt. Genauso sind fŸr Kreativschaffende offene Lizenzen der Katalysator, mit dem mehr Aufmerksamkeit aufgrund der rechtlich unkomplizierten Verbreitung der Werke erreicht werden kann. Magnatune oder Jamendo sind zwei Netlabels, die wunderbare Musik anbieten und zu Auftritten verhelfen. Denn die CD-Herstellungs- und Vertriebskosten rechnen sich fŸr die meisten Bands ohnehin nicht und werden oftmals nur als Marketingma§nahme gesehen - und das geht Ÿber das Netz schneller, einfacher und weitreichender. Netlabels veredeln die Nutzung durch VorschlŠge aufgrund von Nutzerprofilen und erzielen Einnahmen durch Werbung, direkte Lizensierung und dedizierte Streams. Diese werden etwa fŸr Restaurants extra kompiliert und sind fŸr diese gŸnstiger, da Abgaben an Verwertungsgesellschaften entfallen. Die Werkzeuge hierzu werden mit Open-Source-Komponenten gebaut. Registrierung erhšht Rechtssicherheit Bislang ignorieren die Verwertungsgesellschaften den Open-Content-Trend. Dies brachte eine Musikerin und ihren Produzenten in die Bredouille. "Dass ich als akm mitglied gar kein cc machen DARF!!! ist zwar haarstrŠubend aber ein fact", schrieb sie mir im Juni 2006 und bat um Rat. Die WahrnehmungsvertrŠge der Verwertungsgesellschaften gelten fŸr sŠmtliche bisherige und zukŸnftige Werke und lassen derzeit keine Publikationen unter Creative Commons zu. Zur Wizards-of-OS Konferenz in Berlin habe ich im Kompetenznetzwerk Mediengestaltung mit einem engagierten Team von Medienproduzenten und Datenbankspezialisten registeredcommons.org gemeinsam mit dem BegrŸnder von Creative Commons, Lawrence Lessig, ins Leben gerufen. Dieser Service bietet Rechtssicherheit bei Verwertungen Dritter von Creative-Commons-lizenzierten Werken durch digitale Zeitstempel. Der Service wird genossenschaftlich verwaltet, sodass die demokratische Mitbestimmung der Nutzer ohne der Mšglichkeit einer †bernahme durch finanzstarke Kapitalgeber gewŠhrleistet ist. Eine Frage der Zeit Mit registeredcommons.org lassen sich abseits des konventionellen Weges Ÿber Verwertungsgesellschaften und ohne aufwŠndige DRM-Mechanik Werke verbreiten und fŸr weitere Nutzungen verwerten. Mal sehen, wie lange es nach dem Start dieses Zusatzdienstes zu Creative Commons noch dauert, bis sich die Verwertungsgesellschaften ernsthaft mit dem PhŠnomen des Open Content beschŠftigen und den Ÿppigen Geldregen von jenen, die vor 40 Jahren einen Hit geschrieben haben (bzw. deren Erben,) umverteilen auf die Remix-Kulturschaffenden der Nullerjahre. Roland Alton-Scheidl grŸndete 1995 das Public Voice Lab, das Medien- und Open Source Projekte nun genossenschaftlich als osalliance.com umsetzt. An der Fachhochschule Vorarlberg ist er in der F&E Koordination tŠtig. Links [http://creativecommons.org/ Creative Commons International] [http://creativecommons.at/ Creative Commons …sterreich] [http://icommons.org/ iCommons Community] [http://www.registeredcommons.org/ RegisteredCommons] [http://www.media.coop/ Kompetenznetzwerk Mediengestaltung] [http://www.osalliance.com/ OSalliance] [http://www.wizards-of-os.org/ Wizards-of-OS] [http://irights.info/ iRights.info - Urheberrecht in der digitalen Welt] [http://www.pvl.coop/ PUBLIC VOICE Lab] [http://www.alton.at Roland Alton-Scheidl - Homepage & Blog]